Wolfgang Grupp: Ex-Trigema-Chef spricht über Suizidversuch
Wolfgang Grupp, der ehemalige Geschäftsführer des Textilherstellers Trigema, hat sich im vergangenen Jahr das Leben nehmen wollen. Nun spricht er offen über diesenSuizidversuch und die Zeit danach. In einem Interview mit dem SWR sagte er, dass er den Schritt zutiefst bereue.

Hintergrund: Wolfgang Grupp und Trigema
Wolfgang Grupp (* 4. April 1942) führte das Familienunternehmen Trigema in dritter Generation. Das Unternehmen, gegründet 1919, ist bekannt für seine Produktion von Textilien in Deutschland. Grupp übernahm die Geschäftsführung im Jahr 1969 und profilierte sich als meinungsstarker Unternehmer, der traditionelle Werte vertrat und sich für den Erhalt von Arbeitsplätzen in Deutschland einsetzte. Bekannt wurde Trigema auch durch seine Fernsehwerbung mit Affen.
Im Januar 2024 übergab Wolfgang Grupp die Geschäftsführung an seine Kinder Elisabeth und Wolfgang Junior. Dieser Schritt markierte das Ende einer Ära, in der Grupp das Unternehmen über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hatte. Trigema ist mit rund 1.200 Mitarbeitern einer der größten Textilhersteller Deutschlands. (Lesen Sie auch: Alfred Tatar ist tot: Österreichische Fußball-Legende)
Aktuelle Entwicklung: Grupp spricht über seinen Suizidversuch
Wie der Schwarzwälder Bote berichtet, gab Wolfgang Grupp eines seiner ersten Interviews nach dem Suizidversuch im Juli 2025. Gegenüber dem SWR sagte er: „All das Geld ist nichts wert, wenn die Menschen einen nicht schätzen.“ Er blicke auf ein Leben zurück, das von Pflichtgefühl, Disziplin und Erfolgsdruck geprägt war. Mittlerweile sei ihm wichtiger, gebraucht zu werden und Anerkennung zu erfahren.
In einem Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter, den er nach dem Suizidversuch verfasste, schrieb Grupp, dass er an Altersdepression gelitten habe und sich gefragt habe, ob er überhaupt noch gebraucht werde. Er bedauere sehr, was geschehen sei und würde es gerne ungeschehen machen.
Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) äußerte sich Wolfgang Grupp ebenfalls zu den Konsequenzen seines Handelns. „Mein Revolver, den ich aus Sicherheitsgründen hatte, ist nicht mehr da“, sagte er. „Mein Sohn hat ihn unter Verschluss.“ Auch seinen Jagdschein habe er nicht mehr. (Lesen Sie auch: André Schröder: CDU-Politiker diskutiert Zusammenarbeit)
Reaktionen und Einordnung
Nachdem sein Suizidversuch öffentlich wurde, erhielt Wolfgang Grupp über 2.000 Zuschriften. Viele Menschen hätten sich in ähnlichen Situationen befunden, so Grupp. „Das hat mich sehr bewegt.“ Inzwischen nimmt er Medikamente und arbeitet weiterhin im Unternehmen mit, wenn auch mit geringerer Belastung. Die Verantwortung liege heute bei seinen Kindern.
Die Offenheit, mit der Wolfgang Grupp über seinen Suizidversuch spricht, ist bemerkenswert. In einer Gesellschaft, in der psychische Probleme oft tabuisiert werden, bricht er ein Tabu und macht Mut, über eigene Krisen zu sprechen und sich Hilfe zu suchen.
Wolfgang Grupp: Was bedeutet das? Ausblick
Der Fall Wolfgang Grupp zeigt, dass auch erfolgreiche und scheinbar starke Menschen von psychischen Problemen betroffen sein können. Der Übergang von der aktiven Geschäftsführung in den Ruhestand kann eine schwierige Phase sein, in der das Gefühl der Sinnhaftigkeit verloren geht. Es ist wichtig, sich in solchen Situationen professionelle Hilfe zu suchen und über seine Gefühle zu sprechen. (Lesen Sie auch: Cineplexx zeigt "Die Legende des Wüstenkindes" vorab)

Die Tatsache, dass Grupp weiterhin im Unternehmen tätig ist, wenn auch in reduziertem Umfang, zeigt, wie wichtig ihm seine Firma und seine Familie sind. Er scheint einen Weg gefunden zu haben, mit seiner Situation umzugehen und wieder Freude am Leben zu finden.
Daten und Fakten zu Wolfgang Grupp
| Fakt | Details |
|---|---|
| Name | Wolfgang Grupp |
| Geburtsdatum | 4. April 1942 |
| Unternehmen | Trigema |
| Position | Ehemaliger Geschäftsführer |
| Übergabe der Geschäftsführung | Januar 2024 an seine Kinder |
| Suizidversuch | Juli 2025 |
Häufig gestellte Fragen zu Wolfgang Grupp
Häufig gestellte Fragen zu Wolfgang Grupp
Warum hat Wolfgang Grupp einen Suizidversuch unternommen?
Wolfgang Grupp litt nach eigenen Angaben an Altersdepression und hatte das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, nachdem er die Geschäftsführung von Trigema an seine Kinder übergeben hatte. Dieser Übergang führte zu einer Sinnkrise.
Wie hat Wolfgang Grupp die Zeit nach dem Suizidversuch erlebt?
Wolfgang Grupp bereut seinen Suizidversuch zutiefst. Er erhält inzwischen Medikamente und arbeitet weiterhin im Unternehmen mit, wenn auch mit geringerer Belastung. Die vielen positiven Zuschriften haben ihm sehr geholfen. (Lesen Sie auch: Auswärtiges Amt verschärft Reisehinweise für beliebte)
Welche Konsequenzen hatte der Suizidversuch für Wolfgang Grupp?
Nach dem Suizidversuch gab Wolfgang Grupp seinen Revolver und seinen Jagdschein ab. Er hat die Verantwortung im Unternehmen reduziert und an seine Kinder übertragen. Zudem spricht er offen über seine Erfahrungen, um anderen Mut zu machen.
Was sagt Wolfgang Grupp heute über Geld und Erfolg?
Wolfgang Grupp betont heute, dass Geld und Erfolg nicht alles sind. Ihm sei es wichtiger, gebraucht zu werden und Anerkennung zu erfahren. Er wünsche sich, ein Großvater zu sein, zu dem die Enkel gerne kommen.
Wie geht es Wolfgang Grupp aktuell?
Wolfgang Grupp nimmt Medikamente und arbeitet weiterhin im Unternehmen mit, wenn auch mit geringerer Belastung. Er hat einen Weg gefunden, mit seiner Situation umzugehen und wieder Freude am Leben zu finden. Er engagiert sich weiterhin für Trigema.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.

