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David Bowie (†): "Gewaltsam weggebracht": Tochter Lexi konnte nicht bei ihm sein, als er starb

Vor zehn Jahren erlag David Bowie seinem Krebsleiden. Alexandria Zahra Jones, die Tochter des Musikers, hat nun offenbart, dass sie wegen einer ihr gewaltsam aufgezwungenen Therapie nicht an seiner Seite sein konnte, als er starb.

Zehn Jahre ist es nun schon her, dass David Bowie, †69, seiner Krebserkrankung erlag. Am 10. Januar 2016, nur zwei Tage nach seinem Geburtstag, starb der legendäre britische Musiker in New York City. Er hinterließ seine Ehefrau, das Model Iman Abdulmajid, 70, und die gemeinsame Tochter Alexandria Zahra Jones, 25, genannt Lexi. Die damals knapp 15-Jährige offenbarte jetzt, dass sie zu dem Zeitpunkt zu einer Therapie gezwungen wurde, die es ihr unmöglich gemacht habe, in dessen letzten Stunden bei ihrem berühmten Papas zu sein.

David Bowie: „Es tut mir leid, dass wir das tun müssen“

In einem Video, das sie auf ihrem Instagram-Profil hochgeladen hat, erzählt Lexi, dass sie gewaltsam aus ihrem Elternhaus in den USA geholt und in verschiedene Einrichtungen gebracht worden sei, in denen sie wegen ihrer Essstörung und Depression behandelt werden sollte. Aus diesem Grund habe sie nicht an der Seite ihres Vaters sein können, als dieser seinen Kampf gegen den Krebs verlor.

Als bei David Bowie im Jahr 2014 Leberkrebs festgestellt worden sei, sei Lexi ihren eigenen Angaben zufolge am Ende ihrer Kräfte gewesen. Um mit der Diagnose klarzukommen, habe sie zu Alkohol und Drogen gegriffen. In dem Instagram-Clip erinnert sie sich daran, wie Männer, die „weit über 1,80 Meter groß“ gewesen seien, gekommen seien, um sie abzuholen, als sie 14 Jahre alt war. „Ich wehrte mich. Ich schrie. Ich klammerte mich an das Tischbein. Sie packten mich, fassten mich an, rissen mich aus meinem gewohnten Umfeld und ich schrie wie am Spieß. Ich schrie um Hilfe, aber niemand hörte es“, so Lexi. Ihr Vater habe ihr noch einen Brief geschrieben, in dem er die Entscheidung, die er zusammen mit seiner Ehefrau Iman getroffen hatte, erklärt habe: „Es tut mir leid, dass wir das tun müssen“, habe darin gestanden.

Alexandria Zahra Jones: „Ich hasste mein Aussehen“

„Erwachsene sprachen anders mit mir als mit anderen Kindern“, blickt Lexi rückblickend auf ihre Jugendjahre zurück. „Manche interessierten sich überhaupt nicht für mich als Person.“ Sie habe sich eher wie „eine Idee“ gefühlt denn als eine reale Person. Sie sei ständigen Projektionen und Erwartungen anderer ausgesetzt gewesen. Als ihre Eltern und ihre Lehrer:innen gemerkt hätten, dass etwas nicht stimmte, habe sie erste Therapie gemacht. „Ungefähr zu dieser Zeit hatte ich meine erste Panikattacke“, so die heute 25-Jährige. „Ich begann, mich depressiv zu fühlen. Meine Schulleistungen waren schlecht. Ich hatte Lernprobleme, was alles noch schwieriger machte. Ich hasste mein Aussehen. Mit zwölf Jahren entwickelte ich Bulimie. Mit elf Jahren begann ich, mich selbst zu verletzen.“

„Ich wurde zu etwas, das die Leute fürchteten“

Nach der Krebsdiagnose ihres Vaters sei alles noch schlimmer geworden. Sie habe zu Alkohol und Drogen gegriffen. „Wenn für alle anderen die Party vorbei war, machte ich weiter und trank und konsumierte allein Drogen. Ich wurde zu jemandem, der um sich schlug. Ich war grausam zu Menschen, die mich nicht so behandelten, wie ich es wollte. Ich bettelte um Respekt, indem ich zu etwas wurde, das die Leute fürchteten oder zumindest bemerkten“, erzählt Lexi schonungslos.

Sie habe 91 Tage eine sogenannte Wildnistherapie gemacht, erzählt David Bowies Tochter Lexi weiter, die sie draußen unter winterlichen Bedingungen und ohne jegliche Privatsphäre zugebracht habe. Bei der Wildnistherapie handelt es sich um eine höchst umstrittene in den USA entwickelte verhaltenstherapeutische Maßnahme, bei der auffällige Jugendliche oder junge Erwachsene mit einem Team von Betreuer:innen im Freien leben und bei der Outdoor-Aktivitäten mit Beratungsgesprächen kombiniert werden. Eine prominente Anhängerin ist Paris Hilton, 45. „Wir gruben Löcher in den Boden, die als Toiletten dienten, weit entfernt vom Gelände. Und jedes Mal, wenn wir die Toilette benutzten, mussten wir laut mitzählen, damit das Personal den Überblick behielt“, berichtet Lexi.

„Die ganze Familie war da. Nur ich nicht“

Nach drei Monaten Wildnistherapie sie sie direkt für 13 Monate in eine stationäre Therapieeinrichtung in Utah eingewiesen worden, erzählt sie weiter: „Ich wurde erneut einer Leibesvisitation unterzogen. Ich musste im Schlaf überwacht werden. Ich musste jedes Mal zählen, wenn ich die Toilette benutzte.“ Dort habe sie auch vom Tod ihres Vaters erfahren: „Ich hatte das Glück, zwei Tage vorher, an seinem Geburtstag, noch mit ihm sprechen zu können“, erinnert sich Lexi an diese schwere Zeit zurück. 

„Ich sagte ihm, dass ich ihn liebe, und er sagte es auch – wir wussten es beide. Dann sah ich den Beitrag, in dem etwa stand: David Bowie ist im Kreise seiner ganzen Familie verstorben. Mir wurde davon richtig übel, denn ja, die ganze Familie war da. Nur ich nicht.“ Letztendlich habe sie versucht, die Entscheidung ihrer Familie zu akzeptieren: „Ich habe versucht, mich nicht schuldig zu fühlen“, so Lexi. „Aber manchmal gibt es immer noch Momente, in denen ich wünschte, die Dinge wären anders.“

Verwendete Quellen: instagram.com, dailymail.co.uk, aerzteblatt.de

Quelle: Gala


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