Wetterfühligkeit: So Beeinflusst das Wetter Ihre Gesundheit
Rund die Hälfte der Deutschen gibt an, wetterfühlig zu sein, was bedeutet, dass sie körperliche Beschwerden als Reaktion auf Wetterveränderungen verspüren. Diese Beschwerden reichen von Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Müdigkeit und Schlafstörungen. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass Wetterfühligkeit kein Mythos ist und bestimmte Wetterlagen tatsächlich bestimmte Beschwerden verstärken können.

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Die wichtigsten Fakten
- Etwa 50% der Deutschen halten sich für wetterfühlig.
- Wetterfühligkeit ist wissenschaftlich belegt und kein Mythos.
- Warmfronten können bei wetterfühligen Menschen Schwindel auslösen.
- Der allgemeine Gesundheitszustand beeinflusst die Ausprägung der Wetterfühligkeit.
Wetterfühligkeit ist kein Mythos: Der Einfluss des Wetters auf unsere Gesundheit
Nach Wochen der Kälte sehnen sich viele nach wärmeren Tagen. Doch der Übergang zum Frühling bringt nicht nur positive Gefühle mit sich. Viele Menschen erleben unangenehme körperliche Reaktionen, wenn sich das Wetter ändert. Schwindel, Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen sind häufige Symptome, die darauf hindeuten, dass sich der Körper erst an die neuen Umweltbedingungen anpassen muss. Wie Stern berichtet, ist Wetterfühligkeit ein weit verbreitetes Phänomen.
Katrin Graw, die sich beim Deutschen Wetterdienst (DWD) mit medizinisch-meteorologischer Forschung beschäftigt, bestätigt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Wetterfühligkeit gibt es wirklich, das ist kein Mythos. Das Wetter beeinflusst viele von uns, wie es uns geht, das kann auch mit wissenschaftlichen Studien belegt werden.“
Welche Beschwerden treten bei Wetterfühligkeit auf?
Bei Wetterfühligkeit treten vielfältige Beschwerden auf, die von Person zu Person variieren können. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Unruhe und Schlafprobleme. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen oder Gelenkschmerzen können sich bei bestimmten Wetterbedingungen verstärken. Studien belegen, dass bestimmte Wetterlagen das Auftreten dieser Beschwerden signifikant erhöhen. So können beispielsweise hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit Kreislaufprobleme begünstigen, während niedriger Luftdruck Kopfschmerzen auslösen kann. (Lesen Sie auch: Drogenkartelle: Medien: Mächtigster mexikanischer Drogenboss „El Mencho“…)
Die Intensität der Beschwerden hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der allgemeine Gesundheitszustand, das Alter und das Geschlecht. Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sind oft stärker betroffen. Auch Frauen scheinen etwas häufiger unter Wetterfühligkeit zu leiden als Männer. Dies könnte auf hormonelle Unterschiede zurückzuführen sein. Eine Befragung der Universität München und des Allensbach-Instituts ergab, dass etwa jede zweite Person in Deutschland den Einfluss des Wetters auf die eigene Gesundheit spürt.
Die genauen Mechanismen, die der Wetterfühligkeit zugrunde liegen, sind noch nicht vollständig verstanden. Es wird vermutet, dass Veränderungen des Luftdrucks, der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit und der Sonnenscheindauer eine Rolle spielen. Diese Veränderungen können sich auf verschiedene physiologische Prozesse im Körper auswirken, wie beispielsweise die Durchblutung, den Hormonhaushalt und das Nervensystem.
Wie beeinflusst eine Warmfront den Körper?
Derzeit macht sich die Wetterfühligkeit bei vielen Menschen in Form von Schwindel bemerkbar. „Das aktuelle Wetter kann Beschwerden bei wetterfühligen Menschen auslösen, dadurch, dass wir im Moment eine Warmfront haben, die sich Deutschland nähert“, erklärt Katrin Graw vom DWD. Eine Warmfront bringt eine Vielzahl von Veränderungen mit sich, die den Körper belasten können.
Die Temperatur steigt an, der Luftdruck ändert sich aufgrund des sich nähernden Tiefdruckgebiets, und auch Wind, Sonnenscheindauer und Luftfeuchtigkeit verändern sich. All diese Faktoren zusammen können bei wetterfühligen Menschen Beschwerden auslösen. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Mensch gleich auf diese Veränderungen reagiert. Die individuelle Empfindlichkeit spielt eine große Rolle. (Lesen Sie auch: Forschung: Studie: KI-generierte Gesichter tricksen sogar Experten)
Der Deutsche Wetterdienst bietet auf seiner Webseite Informationen und Vorhersagen zur Biowetterlage an, die für wetterfühlige Menschen hilfreich sein können. Diese Informationen können dazu beitragen, sich auf bevorstehende Wetterumschwünge vorzubereiten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Welche Rolle spielt der Luftdruck bei Wetterfühligkeit?
Der Luftdruck, also der Druck, der durch das Gewicht der Luftsäule über uns entsteht, ist ein wichtiger Faktor bei der Wetterfühligkeit. Veränderungen im Luftdruck, insbesondere schnelle Abnahmen im Zusammenhang mit Tiefdruckgebieten, können bei manchen Menschen Kopfschmerzen und Schwindel auslösen. Der Körper versucht, sich an den veränderten Druck anzupassen, was zu einer Belastung des Kreislaufsystems führen kann. Einige Studien deuten darauf hin, dass auch die Sauerstoffversorgung des Gehirns durch Luftdruckänderungen beeinflusst werden kann, was die genannten Symptome verstärken könnte.
Neben dem Luftdruck spielen auch andere meteorologische Faktoren eine Rolle. Temperaturänderungen, insbesondere schnelle Wechsel von kalt zu warm, können den Kreislauf belasten und zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen. Auch die Luftfeuchtigkeit kann eine Rolle spielen, da hohe Luftfeuchtigkeit die Wärmeabgabe des Körpers erschwert und somit zu Kreislaufproblemen führen kann. Der Wind kann ebenfalls einen Einfluss haben, insbesondere bei starkem Wind, der die Nervenenden reizen und zu Unruhe und Schlafstörungen führen kann.
Die Forschung zur Wetterfühligkeit ist komplex und noch nicht abgeschlossen. Es gibt viele individuelle Faktoren, die eine Rolle spielen, und es ist schwierig, allgemeingültige Aussagen zu treffen. Dennoch gibt es einige Erkenntnisse, die helfen können, die Zusammenhänge besser zu verstehen und Strategien zur Linderung der Beschwerden zu entwickeln.

Was kann man gegen Wetterfühligkeit tun?
Obwohl Wetterfühligkeit nicht vollständig heilbar ist, gibt es verschiedene Maßnahmen, die helfen können, die Beschwerden zu lindern. Eine wichtige Rolle spielt ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und genügend Schlaf. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft kann den Kreislauf stabilisieren und die Anpassungsfähigkeit des Körpers an Wetterveränderungen verbessern. Auch eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie ausreichend Flüssigkeit ist wichtig für das Wohlbefinden. (Lesen Sie auch: Blizzard New York: Fahrverbot und Chaos im…)
Darüber hinaus können Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation helfen, Stress abzubauen und die Nerven zu beruhigen. Auch Kneipp-Anwendungen wie Wechselduschen können den Kreislauf stärken und die Anpassungsfähigkeit des Körpers verbessern. Bei akuten Beschwerden können auch pflanzliche Mittel wie Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen oder Baldrian bei Schlafstörungen helfen. Es ist jedoch ratsam, vor der Anwendung von pflanzlichen Mitteln einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren.
In einigen Fällen kann auch eine Anpassung der Kleidung und des Verhaltens helfen. Bei hohen Temperaturen sollte man beispielsweise leichte, atmungsaktive Kleidung tragen und sich nicht zu lange in der prallen Sonne aufhalten. Bei niedrigen Temperaturen sollte man sich warm anziehen und Zugluft vermeiden. Auch eine regelmäßige Überprüfung der Blutdruckwerte kann sinnvoll sein, um Kreislaufprobleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Allensbach-Studie bietet weitere Einblicke in die Verbreitung und Wahrnehmung von Wetterfühligkeit in der Bevölkerung.
Die Zukunft der Forschung zur Wetterfühligkeit
Die Forschung zur Wetterfühligkeit steht noch am Anfang, und es gibt noch viele offene Fragen. Zukünftige Studien sollten sich auf die Identifizierung der genauen Mechanismen konzentrieren, die der Wetterfühligkeit zugrunde liegen. Auch die Entwicklung von personalisierten Behandlungsstrategien, die auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnitten sind, ist ein wichtiges Ziel. Hierbei könnten auch moderne Technologien wie Wearables und Apps eine Rolle spielen, die kontinuierlich Daten über den Gesundheitszustand und die Wetterbedingungen sammeln und analysieren.
