Naturnaher Garten: „Unkraut“ – Umdenken Jetzt Nötig?
Tag des Unkrauts: Umdenken im naturnahen Garten gefordert
Viele Hobbygärtner vernichten im naturnahen Garten wertvolle Futterpflanzen wie Löwenzahn, Klee, Brennnessel und Beifuß, da sie diese als „Unkraut“ betrachten. Anlässlich des Tages des Unkrauts fordern Experten ein Umdenken und plädieren dafür, den Begriff „Unkraut“ zu streichen und stattdessen von Wildblumen oder Begleitpflanzen zu sprechen. Dies soll das Bewusstsein für die ökologische Bedeutung dieser Pflanzen schärfen.

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- Tag des Unkrauts: Umdenken im naturnahen Garten gefordert
- Warum ist ein Umdenken im Gartenbau notwendig?
- Welche Pflanzen sind ökologisch wertvoll für einen naturnahen Garten?
- Wie kann man einen naturnahen Garten gestalten?
- Welche Rolle spielen Schmetterlinge im naturnahen Garten?
- Wie können Kommunen die naturnahe Gartengestaltung fördern?
- Häufig gestellte Fragen
Das ist passiert
- Viele Gärten bieten kaum Nahrung für heimische Insekten.
- Wertvolle Futterpflanzen werden als „Unkraut“ vernichtet.
- Experten fordern ein Umdenken in der Gartenpflege.
- Der Begriff „Unkraut“ soll durch positivere Bezeichnungen ersetzt werden.
Warum ist ein Umdenken im Gartenbau notwendig?
Viele Hobbygärtner hegen eine Sehnsucht nach Schmetterlingen, pflanzen jedoch in ihre Gärten häufig Hortensien und Forsythien. Wie Stern berichtet, ist vielen nicht bewusst, wie wenig diese Pflanzen für Insekten bringen. Das typische Frühlingsgefühl entsteht durch bunte Schmetterlinge an den ersten Blüten, Vogelgezwitscher am Morgen und dicke Hummelköniginnen auf Nestsuche – also durch die kleinen Lebewesen um uns herum.
Bei vielen Gärten entsteht jedoch der Eindruck, dass die bunten Falter und Sangeskünstler dort unerwünscht sind. So bunt die Beete wirken mögen, sind sie für Lebewesen oft eine lebensfeindliche Wüste. Gezüchtete Schmuckstauden und exotische Sträucher bieten oft kaum oder gar keine Nahrung für heimische Insekten, wie Bettina de la Chevallerie, Geschäftsführerin der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 (DGG 1822), erklärt.
Wertvolle Futterpflanzen wie Löwenzahn, Klee, Brennnessel und Beifuß werden hingegen als „Unkraut“ vernichtet. De la Chevallerie fände es für ein Umdenken hilfreich, sie Wildblumen oder Begleitpflanzen zu nennen. „Auf jeden Fall gehört das Wort Unkraut gestrichen.“ Viele Tierarten seien für ihr Überleben auf bestimmte Pflanzen angewiesen – das abwertende Wort Unkraut lasse aber auf verzichtbare, für nichts wichtige Dinge schließen, sagt auch Margarita Hartlieb von der Universität Wien anlässlich des Tages des Unkrauts an diesem Samstag.
Der Tag des Unkrauts soll auf die Bedeutung von Wildpflanzen für die Biodiversität aufmerksam machen und zu einem Umdenken in der Gartenpflege anregen. Er findet jährlich am 4. Samstag im Juni statt. (Lesen Sie auch: Nasa X-59: Häufigere Tests für Überschallflugzeug Geplant)
Welche Pflanzen sind ökologisch wertvoll für einen naturnahen Garten?
Es gibt eine Vielzahl von Wildpflanzen, die für Insekten und andere Tiere von großer Bedeutung sind. Dazu gehören beispielsweise:
- Brennnesseln: Sie sind eine wichtige Futterpflanze für viele Schmetterlingsraupen.
- Klee: Er bietet Nahrung für Wildbienen und andere Insekten.
- Löwenzahn: Er ist eine wichtige Nektarquelle für viele Insekten im Frühjahr.
- Beifuß: Er dient als Futterpflanze und bietet Unterschlupf für Insekten.
- Wildkräuter: Viele weitere Wildkräuter sind wertvolle Nahrungsquellen für Insekten und bieten Lebensraum für verschiedene Tierarten.
Diese Pflanzen sollten nicht als „Unkraut“ betrachtet und vernichtet werden, sondern stattdessen im naturnahen Garten einen Platz finden. Sie tragen wesentlich zur Förderung der Artenvielfalt bei.
Wie kann man einen naturnahen Garten gestalten?
Ein naturnaher Garten zeichnet sich durch eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren aus. Er bietet Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere und trägt zur Förderung der Biodiversität bei. Bei der Gestaltung eines solchen Gartens gibt es einige wichtige Punkte zu beachten:
- Verwendung heimischer Pflanzen: Heimische Pflanzen sind besser an die lokalen Bedingungen angepasst und bieten Insekten und anderen Tieren die Nahrung, die sie benötigen.
- Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel: Chemische Pflanzenschutzmittel schaden nicht nur den Schädlingen, sondern auch vielen anderen Lebewesen im Garten.
- Schaffung von Lebensräumen: Durch das Anlegen von Hecken, Teichen, Steinmauern und anderen Strukturen können Lebensräume für verschiedene Tierarten geschaffen werden.
- Förderung der Vielfalt: Je vielfältiger der Garten gestaltet ist, desto mehr Tiere und Pflanzen finden dort einen Lebensraum.
Indem man diese Punkte beachtet, kann man einen naturnahen Garten schaffen, der nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leistet. Die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 (DGG 1822) bietet zahlreiche Informationen und Beratungen zur naturnahen Gartengestaltung an.
Lassen Sie im Herbst Verblühtes stehen. Viele Insekten nutzen die Pflanzenstängel als Überwinterungsquartier. Wer Verblühtes direkt entfernt und entsorgt, vernichtet die nächste Frühlingsgeneration. (Lesen Sie auch: Artemis 2 Start: Nasa-Crew Bereit für die…)
Welche Rolle spielen Schmetterlinge im naturnahen Garten?
Schmetterlinge sind nicht plötzlich da, sie schlüpfen aus Puppen: festen Hüllen, in der sich die aus Eiern geschlüpften Raupen in einen Falter verwandeln. Die Puppen von Faltern kleben oft an Pflanzenstängeln. Wer Verblühtes im Herbst direkt entfernt und entsorgt, vernichtet die nächste Frühlingsgeneration. Auch Wildbienen und andere Insekten nutzen verdorrte Pflanzenstängel als Überwinterungsplatz.
Hortensien, Forsythien, Kirschlorbeer und etliche der einjährigen Blumen aus Bau- und Supermärkten haben eines gemein: Sie mögen hübsch aussehen, sind aber ökologisch völlig wertlos, weil sie kaum oder gar keinen Nektar und Pollen bieten. Bei den Massen solcher Blumen und exotischer Sträucher, die in vielen Gärten dominieren, bedeutet das für Insekten ein echtes Hungerproblem.
Wie können Kommunen die naturnahe Gartengestaltung fördern?
Auch Kommunen können einen wichtigen Beitrag zur Förderung der naturnahen Gartengestaltung leisten. Dies kann beispielsweise durch folgende Maßnahmen geschehen:

- Beratungsangebote für Bürger: Kommunen können Beratungsangebote für Bürger schaffen, in denen diese über die Vorteile und Möglichkeiten der naturnahen Gartengestaltung informiert werden.
- Förderprogramme: Durch Förderprogramme können Kommunen Anreize für Bürger schaffen, ihre Gärten naturnah zu gestalten.
- Vorbildfunktion: Kommunen können mit gutem Beispiel vorangehen und öffentliche Grünflächen naturnah gestalten.
- Aufklärungskampagnen: Durch Aufklärungskampagnen kann das Bewusstsein für die Bedeutung der naturnahen Gartengestaltung in der Bevölkerung gestärkt werden.
Durch diese Maßnahmen können Kommunen einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität und zur Schaffung lebenswerter Umwelt leisten. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) bietet Kommunen Unterstützung und Beratung bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung der naturnahen Gartengestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist ein naturnaher Garten wichtig für die Umwelt?
Ein naturnaher Garten fördert die Biodiversität, indem er Lebensraum und Nahrung für Insekten, Vögel und andere Tiere bietet. Er trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei und unterstützt das ökologische Gleichgewicht.
Welche Pflanzen eignen sich besonders gut für einen naturnahen Garten?
Heimische Wildpflanzen wie Brennnesseln, Klee, Löwenzahn und Beifuß sind besonders wertvoll, da sie Insekten und anderen Tieren Nahrung und Lebensraum bieten. Auch Wildsträucher und -gehölze sind eine gute Wahl.
Wie kann ich meinen Garten naturnah gestalten, wenn ich wenig Platz habe?
Auch auf kleinem Raum lassen sich naturnahe Elemente integrieren. Eine Wildblumenwiese im Kübel, ein Insektenhotel oder eine kleine Kräuterspirale können bereits einen positiven Effekt haben.
Was tun, wenn „Unkraut“ im naturnahen Garten überhandnimmt?
Anstatt „Unkraut“ mit chemischen Mitteln zu bekämpfen, sollte man es regelmäßig jäten oder mulchen. Auch das gezielte Fördern von konkurrenzstarken Pflanzen kann helfen, unerwünschte Wildkräuter in Schach zu halten. (Lesen Sie auch: Brautpaar Sandsturm China: Hochzeit Endete im Chaos)
Wo finde ich weitere Informationen und Beratung zur naturnahen Gartengestaltung?
Neben der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 (DGG 1822) bieten auch Naturschutzorganisationen wie der NABU (Naturschutzbund Deutschland) und der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) Informationen und Beratungen zur naturnahen Gartengestaltung an.





