WM 2026: Human Rights Watch warnt
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat kurz vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada schwere Bedenken hinsichtlich der Einhaltung der Menschenrechte geäußert. In einem Interview mit Ntv bezeichnete die im Bereich „Global Initiatives“ zuständige Direktorin Minky Worden das Turnier als eine „Menschenrechtskatastrophe“. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die FIFA und den möglichen Einfluss von Ex-Präsident Donald Trump auf die Einhaltung von Menschenrechtsstandards.

Hintergrund: Was ist Human Rights Watch?
Human Rights Watch ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzt. Die Organisation recherchiert und dokumentiert Menschenrechtsverletzungen in verschiedenen Ländern und übt Druck auf Regierungen und andere Akteure aus, um diese zu beenden. HRW wurde 1978 gegründet und hat ihren Hauptsitz in New York City. Die Organisation ist bekannt für ihre detaillierten Berichte und ihre unabhängige Arbeitsweise. Mehr Informationen zur Arbeit der Organisation finden sich auf der offiziellen Webseite von Human Rights Watch. (Lesen Sie auch: LIDL USB Ladestation: Günstige Lademöglichkeiten im Check)
Aktuelle Entwicklung: Kritik an FIFA und Trump
Minky Worden von Human Rights Watch äußerte sich gegenüber Ntv besorgt über die mangelnde Vorbereitung der FIFA in Bezug auf Menschenrechte. Sie bemängelte, dass die von der FIFA vorgeschriebenen Menschenrechtsaktionspläne nur von einem Bruchteil der WM-Städte veröffentlicht wurden. Zudem kritisierte sie den Umgang der FIFA mit Donald Trump. „Einen Monat vor der Weltmeisterschaft hat niemand eine Ahnung, was passieren wird. Da man kein effektives System für Menschenrechte und keine Aktionspläne hat, sondern nur den einen Mann im Weißen Haus, könnte alles Mögliche passieren“, so Worden. Die FIFA habe „auf unvorstellbarer Ebene“ versagt, was die Einhaltung der Menschenrechte bei dem Turnier angeht, wie der Spiegel berichtet.
Bedenken hinsichtlich der US-Einwanderungsbehörde ICE
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Rolle der US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) während der WM. ICE-Direktor Todd Lyons hatte im Februar angekündigt, dass seine Behörde eine Schlüsselrolle für die Sicherheit des Turniers spielen werde. Dies führte zu Bedenken, dass ICE auch rund um die WM-Spiele aktiv werden und möglicherweise Menschen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung festnehmen könnte. Das WM-Organisationskomitee in Miami versuchte, die Gemüter zu beruhigen. Rodney Barreto, Co-Vorsitzender des Komitees, gab gegenüber Web.de an, dass er von US-Außenminister Marco Rubio die Zusage erhalten habe, dass ICE-Agenten nicht in den Stadien präsent sein werden. „Viele Leute reden darüber, dass die Einwanderungsbehörde ICE im Stadion sein wird. Ich habe mit Marco Rubio gesprochen. ICE wird nicht im Stadion sein“, sagte Barreto. (Lesen Sie auch: Gta 6: Erscheint bald ein neuer Trailer?…)
Die Bedeutung von Menschenrechtsstandards bei Sportgroßveranstaltungen
Die Diskussion um die Einhaltung von Menschenrechtsstandards bei Sportgroßveranstaltungen ist nicht neu. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Kritik an der Vergabe von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen an Länder, in denen die Menschenrechte nicht ausreichend geschützt werden. Organisationen wie Human Rights Watch fordern seit Langem, dass die FIFA und andere Sportverbände strengere Kriterien für die Vergabe von Turnieren festlegen und die Einhaltung der Menschenrechte vor Ort besser kontrollieren. Dies beinhaltet unter anderem den Schutz von Arbeitnehmern, die an den Bauprojekten beteiligt sind, sowie die Gewährleistung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit für Fans und Journalisten.
WM 2026: Eine potenzielle „Menschenrechtskatastrophe“?
Die Warnungen von Human Rights Watch unterstreichen die Notwendigkeit, die Einhaltung der Menschenrechte bei der WM 2026 genau zu beobachten.Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob die Zusagen des WM-Organisationskomitees und der US-Regierung eingehalten werden und ob die FIFA ihrer Verantwortung gerecht wird. (Lesen Sie auch: Kerosin-Engpässe? Flugausfälle wegen möglicher Ölkrise)
Überblick: Austragungsorte der WM 2026
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 findet in 16 Städten in den USA, Kanada und Mexiko statt. Hier eine Übersicht der Austragungsorte:
| Land | Stadt | Stadion |
|---|---|---|
| USA | Atlanta | Mercedes-Benz Stadium |
| USA | Boston | Gillette Stadium |
| USA | Dallas | AT&T Stadium |
| USA | Houston | NRG Stadium |
| USA | Kansas City | Arrowhead Stadium |
| USA | Los Angeles | Rose Bowl Stadium |
| USA | Miami | Hard Rock Stadium |
| USA | New York/New Jersey | MetLife Stadium |
| USA | Philadelphia | Lincoln Financial Field |
| USA | San Francisco Bay Area | Levi’s Stadium |
| USA | Seattle | Lumen Field |
| Kanada | Toronto | BMO Field |
| Kanada | Vancouver | BC Place |
| Mexiko | Guadalajara | Estadio Akron |
| Mexiko | Mexiko-Stadt | Estadio Azteca |
| Mexiko | Monterrey | Estadio BBVA Bancomer |
Human Rights Watch: Was bedeutet das? / Ausblick
Die Kritik von Human Rights Watch an der FIFA und den Organisatoren der WM 2026 ist ein Weckruf. Sie erinnert daran, dass Sportgroßveranstaltungen nicht im rechtsfreien Raum stattfinden dürfen und dass die Einhaltung der Menschenrechte oberste Priorität haben muss. Es liegt nun an der FIFA, den beteiligten Regierungen und den lokalen Organisatoren, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Bedenken auszuräumen und sicherzustellen, dass die WM 2026 ein Fest des Fußballs wird, das nicht auf Kosten der Menschenrechte geht. (Lesen Sie auch: Thiel und Boerne in der ARD: Warum…)

Häufig gestellte Fragen zu human rights watch
Was genau kritisiert Human Rights Watch an der FIFA im Zusammenhang mit der WM 2026?
Human Rights Watch kritisiert, dass die FIFA zu wenig unternimmt, um die Einhaltung der Menschenrechte bei der WM 2026 zu gewährleisten. Insbesondere werden die mangelnde Umsetzung von Menschenrechtsaktionsplänen in den Austragungsorten und der Umgang mit potenziellen Menschenrechtsverletzungen durch die US-Einwanderungsbehörde ICE bemängelt.
Welche Rolle spielt die US-Einwanderungsbehörde ICE bei der WM 2026?
ICE plant, eine Schlüsselrolle bei der Gewährleistung der Sicherheit während der WM 2026 zu spielen. Dies hat jedoch Bedenken hinsichtlich möglicher Menschenrechtsverletzungen ausgelöst, insbesondere in Bezug auf die Festnahme und Abschiebung von Personen ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung im Umfeld der Spiele.
Was fordert Human Rights Watch von der FIFA und den Organisatoren der WM 2026?
Human Rights Watch fordert von der FIFA und den Organisatoren der WM 2026, strengere Maßnahmen zur Einhaltung der Menschenrechte zu ergreifen. Dazu gehören die Umsetzung von wirksamen Menschenrechtsaktionsplänen, die Gewährleistung der Sicherheit und Rechte aller Beteiligten sowie die transparente Aufklärung und Ahndung von Menschenrechtsverletzungen.
Wie beeinflusst die Kritik von Human Rights Watch die Vorbereitungen zur WM 2026?
Die Kritik von Human Rights Watch setzt die FIFA und die Organisatoren der WM 2026 unter Druck, ihre Anstrengungen zur Einhaltung der Menschenrechte zu verstärken. Sie trägt dazu bei, das Bewusstsein für die Bedeutung von Menschenrechtsstandards bei Sportgroßveranstaltungen zu schärfen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Welche anderen Sportgroßveranstaltungen standen in der Vergangenheit wegen Menschenrechtsbedenken in der Kritik?
In der Vergangenheit standen mehrere Sportgroßveranstaltungen wegen Menschenrechtsbedenken in der Kritik, darunter die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014, die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar 2022 und die Olympischen Sommerspiele in Peking 2008 und 2022. Dabei ging es unter anderem um die Ausbeutung von Arbeitskräften, die Einschränkung der Meinungsfreiheit und die Diskriminierung von Minderheiten.
Weitere Informationen zu den Bedenken von Human Rights Watch können Sie auf der Webseite des UN-Hochkommissars für Menschenrechte finden.

