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Discord verzögert Altersverifizierung nach Nutzerprotesten

Discord, die beliebte Online-Kommunikationsplattform, hat die Einführung ihrer geplanten globalen Altersverifizierung nach heftiger Kritik von Nutzern verschoben. Das Unternehmen reagiert damit auf Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Sicherheit der geplanten Maßnahmen.

Symbolbild zum Thema Discord
Symbolbild: Discord (Bild: Picsum)

Hintergrund der geplanten Altersverifizierung bei Discord

Ursprünglich hatte Discord angekündigt, eine stufenweise Einführung der Altersverifizierung für neue und bestehende Nutzer vorzunehmen. Diese sollte im März 2026 starten und umfasste die Möglichkeit, das Alter per Video-Selfie oder durch Vorlage eines Ausweisdokuments zu bestätigen. Ziel war es, jüngeren Nutzern ein altersgerechtes Erlebnis zu bieten, einschließlich aktualisierter Kommunikationseinstellungen, Inhaltsfilterung und eingeschränktem Zugang zu bestimmten Bereichen. Discord wollte so den Schutz von Minderjährigen auf der Plattform verbessern.

Die Ankündigung stieß jedoch auf umgehende Kritik. Viele Nutzer äußerten Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Sicherheit der persönlichen Daten, insbesondere im Hinblick auf einen Sicherheitsvorfall im Oktober, bei dem Ausweisdokumente von Nutzern durch einen Drittanbieter kompromittiert wurden, wie die Associated Press berichtete. (Lesen Sie auch: Twitch-Sensation SidneyEweka: Was macht den Streamer so)

Die Reaktion von Discord und die Verzögerung

Als Reaktion auf die Kritik räumte Stanislav Vishnevskiy, Chief Technology Officer von Discord, ein, dass das Unternehmen das Ziel verfehlt habe. In einem Update am Dienstag kündigte er die Verzögerung der Einführung auf die zweite Hälfte des Jahres 2026 an. „Seien wir ehrlich: Wir wussten, dass diese Einführung kontrovers sein würde. Jedes Mal, wenn man etwas einführt, das Identität und Verifizierung berührt, werden die Leute starke Gefühle haben. Zu Recht“, so Vishnevskiy.

Die Entscheidung zur Verschiebung unterstreicht die Bedeutung des Feedbacks der Nutzer bei der Entwicklung und Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen. Discord scheint erkannt zu haben, dass die ursprünglichen Pläne nicht ausreichend auf die Bedenken der Community eingingen.

Weitere Kritik an Discord’s Umgang mit Nutzerdaten

Zusätzlich zu den Bedenken hinsichtlich der Altersverifizierung steht Discord auch wegen der Verwendung der Identitätsprüfungssoftware Persona Identities in der Kritik. Forscher fanden heraus, dass Persona’s Frontend-Code auf einem von der US-Regierung autorisierten Endpunkt zugänglich war. Dies offenbarte, dass Persona nicht nur das Alter verifiziert, sondern auch umfassende Überprüfungen durchführt, einschließlich des Abgleichs mit Watchlists und der Überprüfung von Personen auf Verbindungen zu politisch exponierten Personen. (Lesen Sie auch: Underdog triumphiert: Manheim Township gewinnt)

Die Forscher entdeckten, dass Persona 269 verschiedene Verifizierungsprüfungen durchführt, darunter die Suche nach „negativen Medien“ in 14 Kategorien wie Terrorismus und Spionage. Anschließend werden Risikobewertungen und Ähnlichkeitswerte für die Benutzerinformationen vergeben. Laut einem Bericht von Fortune waren diese Informationen offen zugänglich.

Diese Enthüllungen werfen Fragen nach dem Umfang der Datenerfassung und -verarbeitung durch Discord und seine Partner auf. Nutzer könnten sich unwohl fühlen, wenn sie erfahren, dass ihre Daten für umfassendere Überprüfungen verwendet werden, als ursprünglich angenommen.

Detailansicht: Discord
Symbolbild: Discord (Bild: Picsum)

Was bedeutet das für die Nutzer von Discord?

Die Verschiebung der Altersverifizierung gibt den Nutzern von Discord vorerst etwas Luft zum Atmen.Es ist zu erwarten, dass Discord die Pläne zur Altersverifizierung überarbeiten und möglicherweise alternative Methoden in Betracht ziehen wird, die weniger invasiv sind und die Privatsphäre der Nutzer besser schützen. (Lesen Sie auch: Wer ist Gustav Schäfer? Tokio Hotel-Star bei…)

Für die Nutzer bedeutet dies auch, dass sie weiterhin wachsam sein und ihre eigenen Datenschutzeinstellungen überprüfen sollten. Es ist ratsam, sich bewusst zu sein, welche Informationen man auf der Plattform teilt und wie diese verwendet werden könnten. Informationen zum Thema Datenschutz bietet beispielsweise die Webseite des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit.

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