Aktenzeichen XY Seckin Caglar: Neue Spur nach 35 Jahren
Der Fall Seckin Caglar, eine 16-jährige Auszubildende, die 1991 in Köln Opfer eines Sexualverbrechens und Mordes wurde, bleibt auch nach über drei Jahrzehnten ungeklärt. Die Cold-Case-Einheit der Kölner Polizei rollte den Fall im Jahr 2023 neu auf und erhofft sich durch die Ausstrahlung in der Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ neue Hinweise. Die Sendung vom Mittwochabend soll dazu beitragen, Licht in das Verbrechen zu bringen, das bis heute viele Fragen offen lässt.

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- Chronologie des Falls Seckin Caglar
- Was ist über den Mordfall Seckin Caglar bekannt?
- Ermittlungen der Cold-Case-Einheit im Fall Aktenzeichen XY Seckin Caglar
- DNA-Reihenuntersuchung und ihre Ergebnisse
- Öffentlichkeitsfahndung und Plakataktion im Fall Seckin Caglar
- Was erhofft sich die Polizei von „Aktenzeichen XY … ungelöst“?
- Die anonymen Briefe und ihre Hintergründe
- Erster Kriminalhauptkommissar Markus Weber zur Cold-Case-Arbeit
- Wie geht die Kölner Polizei bei Cold Cases vor?
- Häufig gestellte Fragen
| Datum/Uhrzeit | 16. Oktober 1991, ca. 18:40 Uhr |
|---|---|
| Ort (genau) | Köln-Poll, Haltestelle „Poll-Autobahn“ und Umgebung |
| Art des Einsatzes | Mord, Sexualverbrechen |
| Beteiligte Kräfte | Kölner Polizei, Cold-Case-Einheit |
| Verletzte/Tote | Seckin Caglar (tot) |
| Sachschaden | Nicht bekannt |
| Ermittlungsstand | Fall ungeklärt, neue Ermittlungen 2023 |
| Zeugenaufruf | Ja, über „Aktenzeichen XY … ungelöst“ und die Kölner Polizei |
Chronologie des Falls Seckin Caglar
Die 16-Jährige wird zuletzt an der Haltestelle „Poll-Autobahn“ gesehen, wo sie von ihrem Vater abgeholt werden sollte.
Familie, Freunde und Polizei starten eine großangelegte Suche nach der Vermissten.
Seckin Caglar wird in der Nähe der Haltestelle „Poll-Autobahn“ tot aufgefunden. Sie wurde Opfer eines Sexualverbrechens und erdrosselt.
Die Polizei sichert DNA-Spuren, die dem Täter zugeordnet werden können. Anonyme Briefe gehen bei der Familie ein, erweisen sich aber als Falschmeldungen. (Lesen Sie auch: ärzte Zuwanderung: Chance für Unser Gesundheitssystem?)
Die Cold-Case-Einheit der Kölner Polizei rollt den Fall neu auf und führt eine DNA-Reihenuntersuchung durch.
Was ist über den Mordfall Seckin Caglar bekannt?
Seckin Caglar verschwand am 16. Oktober 1991 auf dem Heimweg von ihrer Ausbildungsstelle in einem „co op“-Markt in Köln-Poll. Sie fuhr mit der Stadtbahnlinie 7 bis zur Haltestelle „Poll-Autobahn“, wo sie üblicherweise von ihrem Vater abgeholt wurde. An diesem Abend verpasste er sie jedoch um wenige Minuten. Ihre Leiche wurde am nächsten Morgen in der Nähe der Haltestelle gefunden. Die 16-Jährige wurde sexuell missbraucht und erdrosselt. Die Kölner Polizei konnte DNA-Spuren des Täters sichern.
Ermittlungen der Cold-Case-Einheit im Fall Aktenzeichen XY Seckin Caglar
Im Jahr 2023 nahm die Cold-Case-Einheit der Kölner Polizei die Ermittlungen im Fall Aktenzeichen XY Seckin Caglar erneut auf. Diese Einheit ist spezialisiert auf die Bearbeitung ungeklärter Kriminalfälle, bei denen neue Ermittlungsansätze oder forensische Methoden möglicherweise zur Aufklärung beitragen können. Die Cold-Case-Einheit setzte auf eine umfassende DNA-Reihenuntersuchung, um den Täter zu identifizieren.
Das ist passiert
- Seckin Caglar verschwand am 16. Oktober 1991 in Köln-Poll.
- Ihre Leiche wurde am Folgetag in der Nähe einer Bushaltestelle gefunden.
- Sie wurde sexuell missbraucht und erdrosselt.
- Die Kölner Polizei sicherte DNA-Spuren.
DNA-Reihenuntersuchung und ihre Ergebnisse
Im Rahmen der erneuten Ermittlungen wurden 355 Männer, die im Jahr 1991 einen Bezug zum Stadtteil Poll hatten, zu einer DNA-Reihenuntersuchung eingeladen. Mehrere Hundert Männer gaben eine Speichelprobe ab, um ihre DNA mit den am Tatort gesicherten Spuren zu vergleichen. Trotz des großen Aufwands und der breiten Beteiligung brachte die DNA-Reihenuntersuchung keinen Treffer. Die Ermittler blieben ohne konkrete Spur.
Öffentlichkeitsfahndung und Plakataktion im Fall Seckin Caglar
Parallel zur DNA-Reihenuntersuchung setzte die Kölner Polizei auf eine intensive Öffentlichkeitsfahndung, um mögliche Zeugen oder Hinweisgeber zu erreichen. In Köln-Poll wurden Plakate und Flyer verteilt, die über den Fall Seckin Caglar informierten und um Hinweise baten. Auch in der Stadtbahnlinie 7, die Seckin Caglar an ihrem Verschwindetag benutzt hatte, wurden Hinweise auf den Fall angebracht. Ziel war es, die Bevölkerung auf den Fall aufmerksam zu machen und möglicherweise verborgene Erinnerungen oder Beobachtungen ans Licht zu bringen. Trotz dieser Bemühungen gingen keine entscheidenden Hinweise ein. (Lesen Sie auch: Deutscher Surfer Algarve: Tragödie überschattet Küste)
Was erhofft sich die Polizei von „Aktenzeichen XY … ungelöst“?
Die Kölner Polizei erhofft sich durch die Ausstrahlung des Falls Seckin Caglar in der Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ neue Hinweise aus der Bevölkerung. Die Sendung erreicht ein Millionenpublikum und bietet die Möglichkeit, den Fall einem breiten Publikum vorzustellen. Die Ermittler hoffen, dass sich Zeugen melden, die bisher noch keine Aussage gemacht haben oder sich an Details erinnern, die für die Aufklärung des Falls von Bedeutung sein könnten. Die Ausstrahlung bei Aktenzeichen XY ist ein wichtiger Baustein in den Bemühungen, den Mordfall Seckin Caglar nach über 30 Jahren doch noch aufzuklären.
Die Kölner Polizei bittet Zeugen, die Hinweise zum Fall Seckin Caglar geben können, sich unter der Telefonnummer 0221 / 229-0 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Die anonymen Briefe und ihre Hintergründe
In den Jahren nach dem Verbrechen gingen bei der Familie Caglar anonyme Briefe ein, in denen eine Frau behauptete, selbst vergewaltigt worden zu sein und den Täter zu kennen. Diese Briefe weckten zunächst Hoffnungen, den Täter doch noch zu finden. Erst rund 20 Jahre später konnte die Verfasserin der Briefe ermittelt werden. Der Inhalt der Schreiben stellte sich jedoch als frei erfunden heraus. Die Frau hatte die Briefe aus psychischen Gründen geschrieben. Diese Falschmeldung belastete die Ermittlungen zusätzlich und sorgte für weitere Enttäuschung bei der Familie Caglar.

Erster Kriminalhauptkommissar Markus Weber zur Cold-Case-Arbeit
„Es gab zwar Hinweise, aber keine konkrete Spur“, erklärte Markus Weber, Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter der Cold-Case-Einheit Köln, im Gespräch mit Stern. Die Arbeit der Cold-Case-Einheit ist oft mühsam und langwierig, da die Ermittler mit alten Spuren und verblassten Erinnerungen konfrontiert sind. Dennoch geben sie nicht auf und suchen weiterhin nach neuen Ansätzen, um auch scheinbar aussichtslose Fälle doch noch zu lösen. Die Ausstrahlung bei Aktenzeichen XY ist ein wichtiger Schritt, um die Öffentlichkeit erneut für den Fall zu sensibilisieren und möglicherweise neue Zeugen zu finden.
Wie geht die Kölner Polizei bei Cold Cases vor?
Die Kölner Polizei geht bei der Bearbeitung von Cold Cases systematisch vor. Zunächst werden die alten Akten gesichtet und alle vorhandenen Spuren und Beweismittel erneut geprüft. Anschließend werden neue Ermittlungsansätze entwickelt und moderne forensische Methoden eingesetzt, um möglicherweise neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Cold-Case-Einheit arbeitet eng mit anderen Behörden und Experten zusammen, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Ein wichtiger Bestandteil der Cold-Case-Arbeit ist die Öffentlichkeitsfahndung, um Zeugen zu finden und die Bevölkerung für den Fall zu sensibilisieren. (Lesen Sie auch: Mexiko Drogenkrieg: Eskaliert die Gewalt vor der…)
Häufig gestellte Fragen
Was geschah mit Seckin Caglar im Jahr 1991?
Seckin Caglar, eine 16-jährige Auszubildende, verschwand am 16. Oktober 1991 in Köln-Poll auf dem Heimweg von ihrer Ausbildungsstelle. Ihre Leiche wurde am nächsten Tag in der Nähe einer Bushaltestelle gefunden. Sie wurde sexuell missbraucht und erdrosselt.
Welche Rolle spielt Aktenzeichen XY in dem Fall Seckin Caglar?
Die Kölner Polizei erhofft sich durch die Ausstrahlung des Falls in der Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ neue Hinweise aus der Bevölkerung. Die Sendung erreicht ein Millionenpublikum und kann dazu beitragen, den Fall nach über 30 Jahren doch noch aufzuklären.
Welche Ermittlungen wurden im Fall Aktenzeichen XY Seckin Caglar durchgeführt?
Die Kölner Polizei führte umfangreiche Ermittlungen durch, darunter eine DNA-Reihenuntersuchung mit 355 Männern und eine Öffentlichkeitsfahndung mit Plakaten und Flyern. Die Cold-Case-Einheit nahm den Fall 2023 erneut auf, um neue Ermittlungsansätze zu verfolgen. (Lesen Sie auch: Blizzard New York: Stärkster Schneesturm der Dekade?)
Gibt es DNA-Spuren im Fall Aktenzeichen XY Seckin Caglar?
Ja, die Kölner Polizei konnte am Tatort DNA-Spuren sichern, die dem Täter zugeordnet werden konnten. Trotzdem konnte der Täter bis heute nicht identifiziert werden, da die DNA-Reihenuntersuchung keinen Treffer ergab.
Wie können Zeugen im Fall Aktenzeichen XY Seckin Caglar helfen?
Die Polizei Köln setzt weiterhin auf die Mithilfe der Bevölkerung, um den Fall Seckin Caglar aufzuklären.





