Pickerl-Erneuerung: Österreich passt Intervalle
Die österreichische Regierung hat beschlossen, die Intervalle für die obligatorische Pickerl-Überprüfung zu verlängern. Diese Anpassung betrifft die sogenannte §57a-Begutachtung, die für alle Kraftfahrzeuge in Österreich vorgeschrieben ist und umgangssprachlich als „Pickerl“ bekannt ist. Ziel der Neuerung ist es, die Bürger zu entlasten und die Verwaltung zu vereinfachen.

Hintergrund der Pickerl-Regelung in Österreich
Das „Pickerl“ ist der umgangssprachliche Begriff für die §57a-Begutachtung, eine in Österreich gesetzlich vorgeschriebene periodische technische Überprüfung von Kraftfahrzeugen. Diese Überprüfung dient dazu, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und sicherzustellen, dass Fahrzeuge den geltenden Umweltstandards entsprechen. Bisher mussten PKW in Österreich drei Jahre nach der Erstzulassung das erste Mal zur Pickerl-Überprüfung. Danach waren die Intervalle kürzer. Die Begutachtung umfasst eine umfassende Kontrolle verschiedener Fahrzeugkomponenten, darunter Bremsen, Beleuchtung, Reifen und Abgasanlage. Die Einhaltung der Vorschriften wird durch die Anbringung eines „Pickerls“ auf der Windschutzscheibe dokumentiert. Wer ohne gültiges Pickerl unterwegs ist, riskiert hohe Strafen. (Lesen Sie auch: Toto-Lotto Niedersachsen: Lotto-Jubel in: Spieler räumt)
Aktuelle Entwicklung: Verlängerung der Intervalle
Wie der Kurier berichtet, plant die Regierungskoalition von ÖVP, SPÖ und Neos, die Intervalle für die Pickerl-Erneuerung zu verlängern. Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) erklärte nach dem Ministerrat, dass diese Maßnahme Teil eines umfassenden Entbürokratisierungspakets sei. Konkret bedeutet dies, dass PKW zukünftig erst drei Jahre nach der Erstzulassung erstmals zur Überprüfung müssen. Diese Anpassung soll sich an den EU-weiten Mindeststandards orientieren.
Die Initiative zur Verlängerung der Pickerl-Intervalle ist Teil von insgesamt 160 Entbürokratisierungsmaßnahmen, die von Staatssekretär Josef Schellhorn (Neos) Ende 2025 vorgestellt wurden. Ziel ist es, unnötige bürokratische Hürden abzubauen und den Bürgern das Leben zu erleichtern. Die Maßnahme soll auch dazu beitragen, die Verwaltung effizienter zu gestalten und Ressourcen freizusetzen. (Lesen Sie auch: Song Contest 2026 österreich: 2026 in: Wird…)
Reaktionen und Stimmen zur Neuerung
Die Verlängerung der Pickerl-Intervalle stieß auf unterschiedliche Reaktionen. Während Autofahrer die Neuerung begrüßen, gibt es auch kritische Stimmen, die Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit äußern. Befürworter argumentieren, dass moderne Fahrzeuge weniger wartungsintensiv sind und längere Intervalle daher gerechtfertigt sind. Gegner hingegen befürchten, dass durch die längeren Intervalle sicherheitsrelevante Mängel möglicherweise später erkannt werden, was das Unfallrisiko erhöhen könnte. Es wird erwartet, dass die Regierung begleitende Maßnahmen ergreifen wird, um die Verkehrssicherheit trotz der längeren Intervalle zu gewährleisten. Dazu könnten verstärkte Kontrollen und Aufklärungskampagnen gehören.
Pickerl: Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Anpassung der Pickerl-Intervalle ist ein Schritt in Richtung einer moderneren und bürgerfreundlicheren Verwaltung. Es ist zu erwarten, dass in Zukunft weitere Entbürokratisierungsmaßnahmen folgen werden, um das Leben der Bürger zu erleichtern und die Wirtschaft zu entlasten. Gleichzeitig wird es wichtig sein, die Auswirkungen der Maßnahmen auf die Verkehrssicherheit genau zu beobachten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Die Regierung hat angekündigt, die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen und bei Bedarf weitere Schritte zu unternehmen, um die Sicherheit auf den Straßen zu gewährleisten. Langfristig könnte die Verlängerung der Intervalle auch zu einer Angleichung der österreichischen Regelungen an die EU-weiten Standards führen. (Lesen Sie auch: Ferrari-Unfall bei Lenzburg: Fahrer flüchtet und schweigt)
Neben der Pickerl-Thematik gibt es auch Erleichterungen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur entlang der Autobahnen. Die ASFINAG investiert massiv in den Ausbau von E-Ladestationen, um den steigenden Bedarf an Elektromobilität zu decken. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Elektromobilität in Österreich weiter voranzutreiben und die Klimaziele zu erreichen.

Die Regierung will auch Genehmigungsverfahren im Straßenbau beschleunigen. Autobahnbetreiber Asfinag investiert 12,5 Milliarden Euro, so das Klimaschutzministerium. (Lesen Sie auch: Erdbau: Baumann Erdbewegung insolvent: Innviertler)
Häufig gestellte Fragen zu pickerl
Häufig gestellte Fragen zu Pickerl
Was genau ist das „Pickerl“ in Österreich?
Das „Pickerl“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die §57a-Begutachtung, eine in Österreich gesetzlich vorgeschriebene, periodische technische Überprüfung von Kraftfahrzeugen. Es dient dazu, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und sicherzustellen, dass Fahrzeuge den geltenden Umweltstandards entsprechen.
Wie oft muss ein PKW in Österreich zur Pickerl-Überprüfung?
Bisher mussten PKW in Österreich drei Jahre nach der Erstzulassung erstmals zur Pickerl-Überprüfung. Danach waren die Intervalle kürzer. Durch die Neuregelung wird die erste Überprüfung nun erst nach drei Jahren fällig.
Warum werden die Intervalle für die Pickerl-Überprüfung verlängert?
Die Verlängerung der Intervalle ist Teil eines umfassenden Entbürokratisierungspakets der österreichischen Regierung. Ziel ist es, unnötige bürokratische Hürden abzubauen, die Bürger zu entlasten und die Verwaltung effizienter zu gestalten.
Gibt es Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit durch die längeren Intervalle?
Ja, es gibt kritische Stimmen, die Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit äußern. Sie befürchten, dass sicherheitsrelevante Mängel möglicherweise später erkannt werden, was das Unfallrisiko erhöhen könnte. Die Regierung plant begleitende Maßnahmen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Welche anderen Maßnahmen plant die Regierung im Bereich Verkehr und Mobilität?
Neben der Verlängerung der Pickerl-Intervalle plant die Regierung auch Erleichterungen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge entlang der Autobahnen. Zudem sollen Genehmigungsverfahren im Straßenbau beschleunigt werden.

