Office World schließt alle Filialen: Was bedeutet
Die Schweizer Bürokette Office World hat angekündigt, bis zum Frühjahr 2027 alle ihre zehn Filialen in der Schweiz zu schließen. Diese Entscheidung bedeutet den Verlust von 45 Vollzeitstellen und markiert einen bedeutenden Wandel im Schweizer Einzelhandel für Bürobedarf. Das Unternehmen begründet den Schritt mit dem zunehmenden Online-Handel und einem dadurch bedingten Rückgang der Umsätze in den stationären Geschäften.

Hintergründe zur Schließung von Office World Filialen
Die Schließung der Office World Filialen ist ein Zeichen für den wachsenden Druck, dem stationäre Einzelhändler durch den Online-Handel ausgesetzt sind. Kunden bevorzugen zunehmend den bequemen Einkauf im Internet, was zu sinkenden Umsätzen in den traditionellen Geschäften führt. Dieser Trend betrifft nicht nur den Bürobedarf, sondern viele Bereiche des Einzelhandels. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch beschleunigt, da viele Menschen während der Lockdowns das Online-Shopping für sich entdeckt haben.
Dominik Engeler, der Leiter des Filialgeschäfts von Office World, äußerte sich gegenüber Watson wie folgt: «Es ist eine bittere Wahrheit: Doch längerfristig weisen die Ausgaben und Einnahmen in unserem stationären Geschäft schlicht kein gesundes Verhältnis mehr auf. Das hat bedauerliche Konsequenzen.» (Lesen Sie auch: Rubbellos-Glück: Vom Obdachlosen zum Millionär – die…)
Die aktuelle Entwicklung bei Office World
Die betroffenen Mitarbeiter wurden am Montag über die Entscheidung informiert. Die Schließung der Filialen erfolgt schrittweise bis zum Frühjahr 2027. Gleichzeitig plant die Office World Gruppe, ihr Geschäft als Vollservice-Anbieter für Büroartikel und -dienstleistungen in der Schweiz mit einem Sortiment von rund 60’000 Artikeln zu verstärken. Der Fokus liegt dabei auf dem Ausbau der Online-Plattform Officeworld.ch.
Ein konkretes Beispiel für die Auswirkungen der Schließung ist die Filiale im Glattzentrum. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, wird bereits ein Nachfolger für die frei werdende Fläche gesucht. Der Leiter des Glattzentrums, Rageth Clavadetscher, kann sich dort beispielsweise ein Möbelgeschäft, ein Geschäft für Mobilität oder ein Asia-Food-Anbieter vorstellen.
Die Office World Gruppe ist ein Teil der iba AG, die ein umfassendes Angebot für Büro und Schule bietet. Dazu gehören neben Office World auch die Marken iba, Papedis und Schoch Vögtli. Die iba AG beschäftigt rund 300 Mitarbeitende und erwirtschaftet einen Umsatz von über 200 Millionen Schweizer Franken. (Lesen Sie auch: Carina Edlingerova: Paralympics-Star spricht)
Reaktionen und Einordnung
Die Nachricht von der Schließung der Office World Filialen hat in der Schweizer Wirtschaft unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Während einige die Entscheidung als unausweichliche Folge des digitalen Wandels sehen, bedauern andere den Verlust von Arbeitsplätzen und den Rückgang des stationären Einzelhandels. Die Gewerkschaften haben angekündigt, sich für die betroffenen Mitarbeiter einzusetzen und sozialverträgliche Lösungen zu fordern.
Experten weisen darauf hin, dass der Schweizer Einzelhandel vor großen Herausforderungen steht. Neben dem Online-Handel spielen auch Faktoren wie der starke Franken, hohe Mieten und der Fachkräftemangel eine Rolle. Um im Wettbewerb bestehen zu können, müssen die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle anpassen und auf innovative Konzepte setzen. Eine Möglichkeit ist die Kombination von Online- und Offline-Angeboten, um den Kunden ein optimales Einkaufserlebnis zu bieten.
Ein Beispiel für ein erfolgreiches Unternehmen, das den digitalen Wandel gemeistert hat, ist Digitec Galaxus. Der Online-Händler hat in den letzten Jahren stark expandiert und betreibt mittlerweile auch mehrere stationäre Geschäfte. Digitec Galaxus setzt auf ein breites Sortiment, attraktive Preise und einen guten Kundenservice. Zudem investiert das Unternehmen in innovative Technologien wie künstliche Intelligenz und Virtual Reality. (Lesen Sie auch: Ugur Sahin: Uğur Şahin verlässt BioNTech: Was…)

Was bedeutet das für die Zukunft von Office World?
Die Schließung der Filialen bedeutet für Office World eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells. Das Unternehmen will sich künftig auf den Online-Handel konzentrieren und seine Position als Vollservice-Anbieter für Büroartikel und -dienstleistungen in der Schweiz stärken. Ob dieser Strategiewechsel erfolgreich sein wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen muss Office World seine Online-Plattform attraktiv gestalten und ein breites Sortiment anbieten. Zum anderen muss das Unternehmen einen guten Kundenservice bieten und sich von der Konkurrenz abheben.Klar ist, dass der digitale Wandel weiter voranschreiten wird und die Unternehmen sich anpassen müssen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Für die Konsumenten bedeutet dies eine größere Auswahl und mehr Komfort beim Einkaufen. Gleichzeitig müssen aber auch die negativen Auswirkungen des Online-Handels, wie der Verlust von Arbeitsplätzen und die Verödung der Innenstädte, berücksichtigt werden.
Die Schweizer Regierung und die Kantone sind gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die einen fairen Wettbewerb zwischen Online- und Offline-Handel ermöglichen. Dazu gehört beispielsweise die Anpassung der Mehrwertsteuer auf Online-Bestellungen aus dem Ausland. Zudem müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die Innenstädte zu beleben und den stationären Einzelhandel zu unterstützen.
FAQ zu office world
Häufig gestellte Fragen zu office world
Warum schließt Office World alle Filialen in der Schweiz?
Office World schließt seine Filialen aufgrund des zunehmenden Online-Handels und den damit verbundenen sinkenden Umsätzen im stationären Geschäft. Das Unternehmen will sich zukünftig auf den Online-Handel konzentrieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben und sich als Vollservice-Anbieter zu positionieren. (Lesen Sie auch: Stromausfall Aachen: in legte Kommunalverwaltungen lahm)
Wie viele Mitarbeiter sind von der Schließung der Office World Filialen betroffen?
Von der Schließung der Office World Filialen sind insgesamt 45 Vollzeitstellen betroffen. Die Mitarbeiter wurden über die Entscheidung informiert und das Unternehmen will nach eigenen Angaben sozialverträgliche Lösungen für die Betroffenen finden. Die Schließung erfolgt schrittweise bis zum Frühjahr 2027.
Was plant Office World für die Zukunft?
Office World plant, sich zukünftig auf den Online-Handel zu konzentrieren und seine Online-Plattform Officeworld.ch auszubauen. Das Unternehmen will weiterhin als Vollservice-Anbieter für Büroartikel und -dienstleistungen in der Schweiz agieren und sein Sortiment von rund 60’000 Artikeln anbieten.
Welche Auswirkungen hat die Schließung auf den Einzelhandel in der Schweiz?
Die Schließung der Office World Filialen ist ein weiteres Zeichen für den Strukturwandel im Schweizer Einzelhandel. Der Online-Handel gewinnt zunehmend an Bedeutung, während der stationäre Handel unter Druck gerät. Unternehmen müssen sich anpassen und innovative Konzepte entwickeln, um im Wettbewerb bestehen zu können.
Wer sucht einen Nachfolger für die Fläche von Office World im Glattzentrum?
Das Glattzentrum selbst sucht nach einem Nachfolger für die frei werdende Fläche von Office World. Der Leiter des Glattzentrums, Rageth Clavadetscher, hat bereits Ideen, welche Geschäfte dort einziehen könnten, darunter Möbel, Mobilität oder Asia-Food-Anbieter. Die Fläche ist öffentlich ausgeschrieben.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.

